Aktuelles aus dem Bienenvolk

 

Beobachtungen unseres Mitglieds Ralph Schmidt:

Monatsbericht August 2026

Der August war ein typischer Sommermonat mit einem Temperaturmittelwert von 19°C und einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 75 l/m². Dabei lagen diese Werte nahe an unserer langjährigen Statistik (Quelle: Statistik der Thüringer Beobachtergruppe seit 1993). Örtlich gab es leider Starkniederschläge mit Sturm und Hagel. Dabei wurden zum Teil Bäume entwurzelt und Feldfrüchte zerstört. Erstaunlich war die lange Sonnenscheindauer im August. Diese lag mit 259,2 Stunden ca. 35% über dem langjährigen Mittel (Quelle: Klimabericht 8/2026 des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Bergbau).

Der Wetterverlauf in den einzelnen Dekaden war jedoch sehr unterschiedlich.

Die erste Dekade war mit Temperaturen jenseits der 35°C enorm heiß und sorgte für neue Rekordwerte. In den Höhenlage des Thüringer Waldes war es da noch mit ca. 25°C angenehm. Landesweit gab es viel zu wenig Niederschlag. Deshalb war für unsere Bienen nur wenig zu holen. Die Sonnenblumen brachten nur in den Flussniederungen Ertrag. Ansonsten vertrocknete die Vegetation deutlich. Die zweite Dekade war temperaturmäßig ähnlich und örtlich von den Spitzenwerten noch etwas darüber. Niederschläge gab es in den letzten Tagen. Dabei wurden bis zu 20 l/m² gemessen. Die Völker fanden auch jetzt nicht viel an Nektar und Pollen. Nur an den Gewässern sorgte das Springkraut für etwas Nahrung. Wer nicht regelmäßig fütterte, riskierte eine starke Einschränkung des Brutnest in den Völkern und somit eine geringe Zahl an Winterbienen. Die dritte Dekade brachte einen Temperatursturz. Die Tageshöchstwerte betrugen nur noch um die 25°C. Im Durchschnitt gab es landesweit ca. 40 l/m² Niederschlag. Die Natur erholte sich wieder und nach ein paar Tagen begannen dieWiesen wieder zu blühen. Das war natürlich kein riesiges Nahrungsangebot für unsere Völker, aber etwas Beschäftigung.

Jetzt konnte nochmal mit AS gegen die Varroa behandelt werden, wenn notwendig. Die Beobachter meldeten einen sehr unterschiedlichen Befallsgrad in den Völkern. Von ganz wenigen bis zu mehreren Hundert gefallenen Milben wurden berichtet.

Sehr unterschiedlich wurde auch die Räuberei durch Wespen an den Bienenständen eingeschätzt. Im Extremfall wurden Jungvölker total vernichtet.

Ralph Schmidt

Obmann für Beobachtung des LVThI


Monatsbericht Juli 2026

Zum Glück setzte sich die Hitzewelle vom Juni nicht fort. In der ersten Dekade gab es fast landesweit Regen. Die zweite Dekade wurde schon wieder wärmer mit weniger Niederschlag. Dieser Trend setzte sich in der dritten Dekade fort. Die Tageshöchstwerte kratzten schon wieder an der 35°C Marke und der geringe Niederschlag war kaum fühlbar. Die Trachtpflanzen gaben nur mäßig bis gar keinen Nektar mehr ab. Das Honigjahr war vorbei und es konnte abgeschleudert werden.

Die erste Dekade war mit Nachttemperaturen um die 10°C und Tageshöchstwerten an die dreißig Grad erträglich für uns und die Bienen. Mit Niederschlägen von bis zu 58 l/m² in Ostthüringen konnte sich die Natur von der Hitzewelle vom Vormonat regenerieren. Jedoch waren vor allem die Linden durch die Hitze so geschädigt, dass sie fast landesweit nicht mehr honigten. Trotzdem meldete die Beobachterin aus Nordthüringen Zunahmen. Das ist den dortigen Sonderkulturen zu verdanken.

Die zweite Dekade brachte einen leichten Temperaturanstieg und ähnlich ergiebige Niederschläge. Nur in Nordthüringen gab es noch Zunahmen. Die meisten Beobachter hatten jetzt die Honigernte abgeschlossen und begannen mit der Einfütterung. Anschließend wurde mit der Varroabehandlung begonnen. Die Völker entwickelten sich weiterhin gut.

Die letzte Dekade wurde zunehmend wärmer und trockener. Zu Ende des Monats stiegen die Tageshöchstwerte über 35°C. Da die Pollenversorgung seit Mitte des Monates immer zunehmend schlechter geworden war, stellten einige Völker das Brutgeschäft z.T. fast ein.

Der Juli war mit 19,7 Grad nur ein Grad wärmer als unser langjähriges Mittel (Quelle: Statistik der Thüringer Beobachtergruppe seit 1993). Die Niederschlagsmenge lag mit 61 l/m² nur ca. 20% unter unserem Mittelwert seit 1993. Alles in allem meteorologisch ein fast normaler Monat.

Mit der Honigmenge in diesem Jahr sind wohl die meisten Imker zufrieden. Entscheidend für den Ertrag war wohl, wie jeder den starken Schwarmtrieb im Mai gehandhabt hat. Die Völker sind zum Ende des Juli stark und die Beobachter meldeten weitgehend einen geringen Varroabefall. Dies muss aber wie immer im Auge behalten werden. Jeder Imker hat da ja eine andere Vorgehensweise bei seiner Milbenbehandlung.

Die Königinnenzucht war im Juni und Juli erfolgreich und es gab Begattungsergebnisse bis zu 100%. Verschiedene Beobachter meldeten schon einen verstärkten Wespenbeflug an ihren Bienenständen.

Ralph Schmidt

Obmann für Beobachtung des LVThI


Monatsbericht Juni 2026

Die extreme Schwarmstimmung im Mai endete mit dem Junibeginn fast landesweit. Die Völker entwickelten sich gut. Bis zur Monatsmitte gab es immer wieder Niederschläge. Die Schafskälte zog sich bis Monatsmitte hin und sorgte in den höheren Lagen Thüringens für einstellige Nachttemperaturen. Tagsüber waren die Werte aber moderat. So konnten die Völker die Tracht gut nutzen. Ab dem 20. Juni wurde es trocken und jeden Tag heißer. Bis zum Monatsende gab es Spitzenwerte um die 40°C. In den letzten beiden Junitagen gab es in den meisten Gegenden den ersehnten Regen.

Die erste Dekade sorgte für moderate Niederschläge um die 20 l/m² und Tageshöchstwerte bis zu 25°C. Nachts kühlte es merklich bis in den einstelligen Bereich ab. Wie bei der Schafskälte üblich. Der Raps war verblüht, und so konnte die Frühtrachternte erfolgen. Diese  fiel größtenteils gut aus. Einige Beobachter berichteten von hohen Wassergehalt von 17- 18%. In der zweiten Dekade stiegen die Nachttemperaturen an, der Niederschlag wurde geringer. Die Robinie brachte keinen großen Ertrag. Die Sommerlinde begann zu blühen, aber auch ohne großen Ertrag. So lag die Hoffnung auf der Winterlinde. Diese begann nur wenige Tage nach der Sommerlinde zu blühen. Jetzt waren wir schon in der dritten Dekade des Juni. Die zunächst hohen Tagestemperaturen brachten auch ein gutes Nektarangebot. Zumal gebietsweise sich auch große Läusepopulationen aufgebaut hatten. Jedoch war die Hitze landesweit zu viel des Guten für die Vegetation und unsere Völker. In Nordthüringen wurden 40°C gemessen. Landesweit, sowie sogar im Bergland waren es immer noch über mehrere Tage um die 35°C. Bienenflug war nur morgens und abends zu beobachten. Die Winterlinden warfen in dem Hitzestress die Blüten ab und es war fast überall mit der Tracht zum Monatsende vorbei. Von seiner Durchschnittstemperatur mit 20,1°C lag der Juni fast vier Grad über dem langjährigen Mittel (Quelle: Statistik der Thüringer Beobachtergruppe seit 1993). Bei den Niederschlägen waren die gemessenen 55 l/m² nur vier Liter unter dem Mittelwert von 59 l/m². Der Regen an den letzten beiden Junitagen verbesserte da die Statistik erheblich.

Die Königinnenzucht war bei vielen Beobachtern nicht sehr erfolgreich. Da gab es Begattungsergebnisse von 5-80%. Dies lag sicher an den Wetterkapriolen. Die Jungvölker entwickelten sich aber weitgehend gut und werden bei guter Pflege sicher zu starken überwinterungsfähigen Einheiten.

Der Varroadruck spielte noch keine nennenswerte Rolle. Wer den Schwerpunkt der Varroabekämpfung auf Brutentnahme legt, war mit dem schlagartigen Trachtende meist aus der Planung gebracht. Teilweise wurden in der letzten Juniwoche schon die Drohnen abgetrieben. Dies sorgt ja bei den Völkern immer für Aufregung. Da konnte dann jede unvorsichtig ausgeführte Arbeit an den Völkern schnell zur Räuberei führen. Bei solch Wetterextremen muss der Imker mit viel Fingerspitzengefühl handeln.

 

Ralph Schmidt

Obmann für Beobachtung des LVThI


Monatsbericht Mai 2026

Der Mai begann sonnig und warm. Die Eisheiligen machten ihrem Namen alle Ehre. Es gab viele Tage kühles und nasses Wetter, in manchen Nächten nahe dem Nullpunkt. Die zweite Monatshälfte war dann wieder warm und teilweise sonnig, was zu einem starken Nektareintrag führte. Der ganze Monat war von starker Schwarmneigung geprägt.

In der ersten Dekade waren Tageshöchstwerte um die 25°C zu verzeichnen. Es gab einzelne kräftige Regenschauer mit bis zu 35 l/m². Die Völker konnten viel Nektar eintragen und entwickelten sich sehr gut. Ab dem 7. Mai kam es zu einem Temperatursturz. Die zweite Dekade hatte nachts teilweise Werte knapp über dem Gefrierpunkt. Tagsüber kletterte das Thermometer erst in den letzten Tagen in Richtung zwanzig Grad. Es gab fast täglich Regenschauer. Der Flugbetrieb war sehr eingeschränkt. Der schon seit Anfang Mai bestehende Schwarmtrieb verstärkte sich in vielen Völkern. Durch die niedrigen Temperaturen waren die Völkerdurchsichten schwierig. So gab es im Mai 2026 relativ viele Schwärme. Die Wetterlage änderte sich zum Ende der Dekade zu warmen und regnerischen Wetter. Jetzt konnten die starken Völker den reichlich vorhandenen Nektar eintragen. Tageszunahmen von bis zu 6 kg wurden erreicht. Die Kehrseite der starken Zunahmen war, das der Honig relativ feucht war und die Ernte noch verschoben werden musste.

Von der Durchschnittstemperatur war der Mai mit 14.1°C nur 0,9 Grad über dem langjährigen Mittel (Quelle: Statistik der Thüringer Beobachtergruppe seit 1993). Erfreulich für die Natur war aber die hohe Niederschlagsmenge von durchschnittlich 103 l/m². Diese lag fast doppelt so hoch wie der durchschnittliche  Niederschlag im Mai seit 1993.

Die Königinnenzucht war stark wetterabhängig, wie so oft. Wer jedoch das Glück hatte, dass seine Königinnen zu Anfang bzw. zum Ende des Monats zum Hochzeitsflug unterwegs waren, konnte mit guten Begattungsergebnissen rechnen.

Insgesamt war der Mai ein guter Trachtmonat und die Imker konnten eine gute Frühtrachternte verzeichnen.

Ralph Schmidt

Obmann für Beobachtung des LVThI


Monatsbericht April 2026

Das sonnige Wetter vom März setzte sich im April fort. Tagsüber angenehme Temperaturen an windgeschützten Stellen und nachts fast immer leichter Bodenfrost. Zu Monatsmitte wurde es dann regnerisch. Zu Ende des Aprils stiegen die Tageswerte durch das sonnige und sehr trockene Wetter weiter an und es gab reichlich Nektar. Die Völker entwickelten sich rasch und die Schwarmstimmung stieg stark.

Die erste Dekade war mit durchschnittlich 5 l/m³ relativ trocken und bei sonnigem Wetter mit Höchstwerten von 20°C im Flachland schon sehr warm. Es wehte aber oft ein kalter Wind aus Osten, sodass die trockene Luft den vorhandenen Nektar schnell vertrocknen ließ. Es gab landesweit nur Abnahmen und der Futtervorrat musste gelegentlich ergänzt werden.

Die zweite Dekade brachte endlich z.T. ergiebigen Niederschlag. In Nord- und Südthüringen wurden Werte bis zu 40 l/m² gemessen. Die Tageshöchstwerte um die 20°C sorgten für eine rasche Entfaltung der Natur und Löwenzahn, Spitzahorn und die Obstblüte sorgten für eine gute Pollen- und Nektarversorgung. Die niedrigen Nachttemperaturen sorgten für eine lange Blütezeit. Spätestens Mitte April war das Minimum im Waagstock erreicht. Regelmäßige Zunahmen sorgten für eine kontinuierliche Volksentwicklung. Während der dritten Dekade fiel landesweit kein Niederschlag. Sonnige Tage mit Temperaturen an die 20°C waren für reichlich Nektar in den Blüten verantwortlich. Es gab vereinzelte Tageszunahmen von bis zu zwei Kilogramm. In ungünstigen Gegenden Thüringens reichte es aber auch nur für ein Gleichgewicht der Zu- und Abnahmen. Im Flachland konnten die Honigräume aufgesetzt werden. Diese wurden z.T. auch schnell gefüllt. Zu Ende des Monats kam auch schon erste Schwarmstimmung auf. Mit viel Fingerspitzengefühl mussten die Imker handeln, um nicht schon frühzeitige Schwärme zu haben.

Die Drohnenwaben wurden im April gut angenommen, ausgebaut und bestiftet. Die Haupttrachtpflanze, der Raps konnte sich gut entwickeln und blühte in den tieferen Lagen des Landes schon in der zweiten Dekade. Die Nachtfröste waren meist nicht so stark, dass sie den Blüten Schaden zugefügt haben.

Ralph Schmidt

Obmann für Beobachtung des LVThI